Die besten Veranstaltungen auf Teneriffa August 2026, aktuelle Events, traditionelle Fiestas, Romerías, Konzerte, Kultur und echte Insidertipps für deinen Urlaub.
Der August ist auf Teneriffa ein merkwürdiger Monat. Für Urlauber ist Hochsaison. Die Strände sind voll, die Hotels gut besucht und an den bekannten Orten im Süden sieht man die Insel, wie man sie aus dem Katalog kennt. Aber gleichzeitig gibt es ein anderes Teneriffa.
In den kleinen Orten werden Trachten aus dem Schrank geholt. Musikgruppen ziehen durch Straßen. Familien treffen sich auf Dorfplätzen. Kirchen werden geschmückt, Wagen dekoriert und irgendwo wird bis spät in die Nacht getanzt. Das Interessante daran: Vieles davon hat mit Tourismus gar nicht so viel zu tun.
Und genau deshalb lohnt sich die zweite Augusthälfte besonders.
Im August stehen noch einige der schönsten traditionellen Veranstaltungen des Sommers auf dem Kalender – von der großen Feier in Candelaria über die Romería in Garachico bis zu den riesigen, zwölf Meter hohen Herzen von Tejina.
14. und 15. August: Candelaria im Süden von Teneriffa: wenn ganz Teneriffa zur Schutzpatronin kommt
Wenn man im August nur eine traditionelle Veranstaltung auf Teneriffa erleben möchte, würde ich Candelaria wählen.
Am 14. und 15. August finden dort die zentralen Feierlichkeiten zu Ehren der „Virgen de Candelaria“, der Schutzpatronin der Kanarischen Inseln, statt.
Das Fest gehört zu den wichtigsten religiösen und kulturellen Veranstaltungen des Archipels.
Der 14. August ist besonders interessant.
Am Abend findet auf der Plaza de la Basílica die „Ceremonia Guanche“ statt. Sie stellt die traditionelle Geschichte rund um die Auffindung der Marienfigur durch die Guanchen, die Ureinwohner Teneriffas, dar.
Am nächsten Tag, dem 15. August, folgen die große Messe und die Prozession.
Und Candelaria wird voll. Sehr voll.
Menschen kommen aus allen Teilen der Insel, viele davon zu Fuß als Pilger. Das hat eine ganz andere Atmosphäre als eine Veranstaltung, die hauptsächlich für Urlauber organisiert wurde.
Warum ich Candelaria besonders mag
Die Basilika liegt direkt am Meer.
Man kann vormittags durch den Ort schlendern, etwas essen, an der Promenade sitzen und dann beobachten, wie sich der Ort im Laufe des Tages verändert.
Aus einem normalen Küstenort wird langsam ein riesiger Treffpunkt.
Menschen in traditionellen Kleidern tauchen auf. Musikgruppen spielen. Familien treffen sich.
Und irgendwann merkt man, dass man nicht mehr Zuschauer ist, sondern mitten in einer kanarischen Fiesta steht.
Wichtig für dieses Jahr
Wer die traditionelle Pilgerroute nach Candelaria zu Fuß gehen wollte, sollte sich vorher unbedingt über die aktuelle Lage informieren. Wegen der derzeit hohen Waldbrandgefahr gibt es Einschränkungen für bestimmte Waldwege und Forstpisten.
Die normale Anreise nach Candelaria ist davon nicht grundsätzlich betroffen.
15. August: Die Fiesta de la Pamela in Tejina (im Norden von Teneriffa, in der nähe von La Laguna)
Noch ein ziemlich ungewöhnlicher Termin am 15. August: In Tejina findet die „Fiesta de la Pamela“ statt.
Dabei geht es um einen Wettbewerb um den originellsten und aufwendigsten Sonnenhut. Ja, wirklich!
Pamela bedeutet hier nicht einfach Sonnenhut aus dem Souvenirshop.
Die Teilnehmer lassen ihrer Kreativität freien Lauf und präsentieren teilweise ausgesprochen verrückte Konstruktionen.
Die Veranstaltung verbindet Humor, Kreativität und lokale Festtradition und gehört zu den ungewöhnlicheren Augustveranstaltungen im Raum La Laguna.
Das ist genau die Art von Veranstaltung, bei der man als Tourist schnell denkt:
„Was ist denn hier los?“
Und genau deshalb würde ich hingehen.
Nicht alles auf Teneriffa muss spektakulär sein.
Manchmal ist gerade etwas Skurriles und Lokales viel interessanter.
16. August: Garachico feiert San Roque (Norden Teneriffa)
Der 16. August gehört Garachico.
Die historische Stadt im Norden feiert die „Fiestas de San Roque“, und an diesem Tag finden unter anderem die „Romería de San Roque“ und der „Baile de Magos“ statt.
Garachico ist ohnehin ein Ort, für den man sich Zeit nehmen sollte.
Die alte Architektur, die kleinen Straßen, die vulkanische Küste und die natürlichen Meeresschwimmbecken machen den Ort zu einem der schönsten Ausflugsziele im Norden.
Während der Fiesta kommt noch etwas dazu.
Der Baile de Magos
Ein traditioneller Tanzabend mit kanarischer Musik, Trachten und den typischen lokalen Gruppen.
Die Besucher tragen teilweise traditionelle kanarische Kleidung, und die Straßen verwandeln sich in eine Mischung aus Festplatz und Tanzfläche.
Das Ganze wirkt wesentlich authentischer, wenn man nicht nur eine Stunde auftaucht, ein paar Fotos macht und wieder verschwindet.
Deshalb mein Tipp:
Garachico nicht erst am Abend besuchen.
Macht einen ganzen Tag daraus.
Altstadt, Meer, papas arrugadas zum Mittagessen. Dann langsam Richtung Fiesta. Und wenn es später wird, einfach bleiben.
16.–23. August: Internationale Sportwoche in Puerto de la Cruz (Norden Teneriffa)
Vom 16. bis 23. August findet in Puerto de la Cruz die „U18-Weltmeisterschaft im Frauen-Wasserball“ statt.
Das ist vielleicht nicht das Erste, woran man bei Teneriffa denkt.
Aber gerade solche Veranstaltungen können einen Urlaub interessanter machen.
Man erlebt nicht nur eine Sehenswürdigkeit, sondern ein echtes internationales Sportereignis.
Und Puerto de la Cruz eignet sich perfekt dafür.
Die Stadt selbst ist schon einen Besuch wert.
Die historische Altstadt. Der Hafen. Die Promenade. Restaurants und Cafés. Sehe unsere Tips auf trinimat.com Und das Meer.
Man kann den Sport also problemlos mit einem normalen Tag in der Stadt verbinden.
22. August: La Laguna bei Kerzenlicht (Norden Teneriffa)
Am 22. August gibt es in La Laguna etwas völlig anderes: Candlelight: Disney – Canciones de Amor.
Das ist natürlich keine kanarische Tradition.
Aber genau deshalb passt es gut in einen Teneriffa-Urlaub.
La Laguna ist nach Sonnenuntergang besonders schön.
Die historische Altstadt, die alten Häuser, kleine Plätze und Restaurants machen die Stadt zu einem perfekten Ort für einen Abend.
Und wenn anschließend noch Zeit bleibt, würde ich nicht direkt zurück ins Hotel fahren.
Einfach durch die beleuchtete Altstadt laufen.
Ein Eis. Ein Glas Wein. Vielleicht noch Tapas.
La Laguna ist einer dieser Orte, die man besser erlebt, wenn man keinen strengen Zeitplan hat.
23. August: Baile de Magos in La Guancha (Norden Teneriffa)
Am 23. August findet in La Guancha der traditionelle Baile de Magos statt.
La Guancha liegt im Norden und wird von vielen Besuchern links liegen gelassen.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum man hinfahren sollte.
Der Baile de Magos gehört zu den traditionellen Festen des Ortes und ist Teil der Feierlichkeiten zu Ehren der Virgen de la Esperanza.
Hier geht es um kanarische Musik, Trachten, Tanz und gemeinsames Essen.
Es ist nicht die Art Veranstaltung, bei der man als Tourist permanent das Gefühl bekommt, dass alles für einen inszeniert wurde.
Man steht einfach zwischen den Leuten.
Und das ist meistens viel interessanter.
24. August: Corazones de Tejina – das verrückteste Fest des Sommers (Norden Teneriffa)
Wenn ich einen Termin für August besonders markieren müsste, wäre es der 24. August.
Dann feiert Tejina die „Fiesta de los Corazones de San Bartolomé“.
Und das ist wirklich ungewöhnlich.
Die drei Ortsteile von Tejina – El Pico, Calle Arriba und Calle Abajo – bauen über Wochen riesige, kunstvoll dekorierte Herzen.
Diese können bis zu „zwölf Meter hoch“ werden.
Dekoriert werden sie mit Brot, Früchten, Blumen und Süßigkeiten.
Die Tradition ist als kulturelles Gut geschützt und wurde sogar mit einem internationalen CICOP-Preis ausgezeichnet.
Aber das Beste ist der Wettbewerb
Jeder der drei Ortsteile möchte natürlich den schönsten Corazón präsentieren.
Das macht die Veranstaltung gleichzeitig zu einer Art freundschaftlichem Wettkampf.
Und man spürt, dass hier ganze Familien und Nachbarschaften beteiligt sind.
Das ist kein Event, bei dem eine Firma eine Bühne aufstellt und einen DJ bucht.
Hier steckt richtig viel Arbeit dahinter.
Was man bei den Corazones nicht machen sollte: Nicht nur kurz hinfahren. Foto machen. „Wow“ sagen. Und wieder weg.
Bleibt.
Schaut den Leuten zu. Geht etwas essen. Probiert einen lokalen Wein. Beobachtet die Vorbereitungen und die Reaktionen der Menschen.
Gerade bei solchen Veranstaltungen ist der interessanteste Teil oft nicht der offizielle Programmpunkt.
Sondern alles drumherum.
29. August: Arafo, eine Romería mit Musik im Mittelpunkt (Süden Teneriffa)
Am 29. August findet in Arafo die Romería de San Agustín statt.
Arafo wird wegen seiner starken musikalischen Tradition auch „Pueblo de la Música“ genannt.
Die Romería verbindet religiöse Tradition mit kanarischer Volkskultur. Geschmückte Wagen. Pferde und Gespanne. Trachten. Parrandas. Volksmusik. Und natürlich Essen und Wein.
Wer verstehen möchte, was eine kanarische Romería eigentlich ist, bekommt hier eine gute Gelegenheit.
Was ist eine Romería überhaupt?
Vereinfacht gesagt eine traditionelle Prozession beziehungsweise Wallfahrt, die sich im Laufe der Zeit zu einem großen Volksfest entwickelt hat.
Sie ist religiös – aber eben nicht ausschließlich.
Musik, Essen, Tanz und Gemeinschaft gehören genauso dazu.
Und das macht sie für Besucher so interessant.
30. August: Vilaflor, Fiesta in den Bergen (Süden Teneriffa)
Zum Ende des Monats geht es hoch hinaus.
Am 30. August findet in Vilaflor die Romería de Vilaflor statt.
Vilaflor liegt auf ungefähr 1.400 Metern Höhe und ist damit die höchstgelegene Gemeinde Spaniens.
Schon deshalb ist der Ort ein interessanter Kontrast zur Küste.
Hier gibt es keine endlose Strandpromenade.
Stattdessen: Kiefern. Berge. Vulkanlandschaft. Frische Luft. Und ein kleines kanarisches Dorf. Dazu kommt Ende August die Romería.
Das ist eine schöne Gelegenheit, Teneriffa einmal nicht vom Meer aus zu erleben.
Kultur auf Teneriffa: Die Insel ist mehr als ihre Fiestas
Die Fiestas sind vielleicht der auffälligste Teil der kanarischen Kultur.
Aber sie sind nicht alles.
Wer im August auf Teneriffa ist, sollte auch einmal bewusst einen Tag in „La Laguna“ oder „Santa Cruz“ verbringen.
Nicht um Sehenswürdigkeiten abzuhaken.
Sondern um zu sehen, wie die Insel außerhalb der Ferienorte funktioniert.
Einer meiner liebsten Tipps für den August ist das „Anaga-Gebirge“.
Vor allem für Menschen, die im Süden wohnen. Denn irgendwann kann man genug von 30 Grad, Pool und trockener Landschaft haben.
Anaga fühlt sich anders an. Grün. Gebirgig. Teilweise neblig. Und erstaunlich ruhig.
Die Fahrt Richtung „Taganana, Almáciga und Benijo“ gehört für mich zu den schönsten Strecken der Insel.
Man sollte allerdings Zeit mitbringen.
Die Straßen sind kurvig und teilweise schmal.
Das ist kein Ort, an dem man möglichst schnell von A nach B fahren möchte.
Der beste Insider-Tipp: Nicht nach „Insidertipps“ suchen
Das klingt vielleicht widersprüchlich.
Aber einer meiner besten Teneriffa-Tipps ist:
Sucht nicht ständig nach dem nächsten Geheimtipp.
Wenn ihr in einem kleinen Ort seid und seht, dass auf einem Platz viele Menschen sitzen, geht hin.
Wenn vor einer Kirche Musik gespielt wird, bleibt stehen.
Wenn ein Fest angekündigt wird, schaut euch das Programm an.
Wenn in einer kleinen Bar fast nur Einheimische sitzen, probiert sie aus.
Das ist oft viel besser als die zehnte Liste mit „Hidden Gems“.
Denn Teneriffa verändert sich.
Und die schönsten kleinen Erlebnisse stehen häufig nicht in einem Blogartikel.
Viel Spass und feliz agosto!
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